Thüringer Schäfertag macht auf wirtschaftlich dramatische Situation aufmerksam
,Der Landesverband Thüringer Schafzüchter e. V. und das Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden laden jeweils am ersten Samstag im August zum Thüringer Schäfertag nach Hohenfelden ein – in diesem Jahr bereits zum 33. Mal. Auf dem Museumsgelände „Am Eichenberg“ gibt es ein buntes Programm für große und kleine Besucher. Aber der Höhepunkt ist sicher auch diesmal die Landesmeisterschaft der Thüringer Schäfer, die beim Leistungshüten ihr Können unter Beweis stellen müssen.
Der Thüringer Schäfertag ist nicht nur eine Leistungsschau der Schafhaltung und -zucht im Freistaat, sondern auch ein öffentlichkeitswirksames Event für die interessierte Bevölkerung.
„Die gute Stimmung am Schäfertag darf nicht über die wirtschaftlich dramatische Situation in der Thüringer Schafhaltung hinwegtäuschen,“ so der agrarpolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag, Dr. Frank Augsten. „Noch immer verlieren wir in jedem Jahr mehrere Tausend Schafe, weil die Kosten die Einnahmen zum Teil erheblich übersteigen.“
Die Schafhaltung leistet dabei vor allem in der Landschafts- und Damm- sowie Deichpflege einen wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz, zur von der Beweidung abhängigen Biodiversität und zum Hochwasserschutz.
„Die Vergütung dieser Umweltleistungen macht inzwischen über 60 Prozent der Einnahmen in den Schäfereibetrieben aus. Die Erlöse zum Beispiel aus dem Hauptprodukt des Schafes, der Wolle, tragen nicht einmal ein Prozent zum Betriebsergebnis bei,“ so Augsten weiter. „Im Gegenteil, oft kostet die Schafschur mehr als der Verkauf der Wolle einbringt.“
Da die zukünftige finanzielle Unterstützung der Schafhaltung durch öffentliche Mittel unklar ist, müssen die direkten Erzeugnisse vom Schaf, wie Fleisch und Wolle, einen deutlich höheren Anteil am Betriebseinkommen leisten.
„Die Landesregierung hat, auch auf Druck der BSW-Fraktion, eines der Hauptprobleme bei der Verarbeitung von Schafwolle erkannt und die Errichtung einer Wollwaschanlage in Thüringen im Regierungsvertrag verankert,“ so Augsten abschließend. „Aktuell laufen die Vorbereitungen für den Bau einer solchen Anlage und wir sind optimistisch, in Zukunft wesentlich mehr Thüringer Wolle einer hochwertigen Verarbeitung und Vermarktung zuführen zu können.“