Pflegegrad 1 erhalten – ambulante Versorgung stärken

Pressemitteilungen
, 22. Juni 2026

Die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag spricht sich für den Erhalt des Pflegegrades 1, die Stärkung der ambulanten Versorgung sowie eine auskömmliche Finanzierung der Pflege aus. Angesichts steigender Kosten und wachsender Herausforderungen im Pflegebereich muss die Politik frühzeitig handeln, um Pflegebedürftige, Angehörige und Beschäftigte wirksam zu unterstützen.

Dr. Stefan Wogawa, gesundheitspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion, erklärt: „Pflegegrad 1 ist weit mehr als eine finanzielle Leistung. Er ermöglicht vielen Menschen frühzeitige Unterstützung im Alltag, bevor sich gesundheitliche Probleme verschärfen. Hilfe im Haushalt, Begleitung zu Terminen oder soziale Kontakte tragen dazu bei, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Wer hier kürzt, spart kurzfristig, riskiert aber langfristig höhere Kosten für die Pflegeversicherung.“

Für die BSW-Fraktion sind die Leistungen des Pflegegrades 1 ein wichtiger Beitrag zur Prävention. Frühzeitige Unterstützung trägt dazu bei, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, gesundheitliche Verschlechterungen hinauszuzögern und den Übergang in höhere Pflegegrade abzumildern. „Gerade die Unterstützung im hauswirtschaftlichen Bereich und die soziale Begleitung sind für viele Betroffene unverzichtbar“, so Wogawa. „Pflege bedeutet nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch Teilhabe, menschliche Zuwendung und Entlastung im Alltag.“

Anke Wirsing, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der BSW-Fraktion, verweist auf die Situation der Beschäftigten: „Pflege braucht Zeit, Zuwendung und gute Arbeitsbedingungen. Die Beschäftigten leisten jeden Tag Enormes. Deshalb müssen Tarifsteigerungen und tatsächliche Kostensteigerungen vollständig refinanziert werden. Die Grundlohnrate muss an die reale Kostenentwicklung angepasst werden. Nur so können Fachkräfte gehalten, neue Beschäftigte gewonnen und die ambulante Versorgung langfristig gesichert werden.“

Die BSW-Fraktion setzt sich für den Grundsatz „ambulant vor stationär“ ein. Pflegebedürftige Menschen sollen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Dafür braucht es starke ambulante Pflegedienste, wohnortnahe Unterstützungsangebote und eine verlässliche Finanzierung.

Zudem spricht sich die BSW-Fraktion für die Einrichtung eines „Runden Tisches Pflege“ in Thüringen aus. In diesem sollen gemeinsam mit Pflegeeinrichtungen, ambulanten Diensten, Krankenkassen, Kommunen, Gewerkschaften, Betroffenenverbänden sowie Beschäftigten Wege erörtert werden, wie sich die pflegerische Versorgung langfristig sichern und die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern lassen.

„Wir halten einen Runden Tisch zur Pflege für sinnvoll, um alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und gemeinsam über die zukünftige Ausgestaltung der Pflegeversorgung in Thüringen zu beraten. Die Erfahrungen der Beschäftigten, der Träger und der Betroffenen müssen stärker in politische Entscheidungen einfließen. Die Verantwortung für den Runden Tisch muss beim Thüringer Gesundheitsministerium liegen”, erklärt Wirsing.

„Eine starke ambulante Pflege, der Erhalt des Pflegegrades 1 und gute Arbeitsbedingungen sind Investitionen in Lebensqualität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Versorgungssicherheit. Pflege muss den Menschen dienen und darf nicht zum Gegenstand kurzfristiger Sparpolitik werden“, so Wogawa und Wirsing abschließend.

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