Polikliniken 2.0 sind die Lösung für den Erhalt flächendeckender Versorgungsstrukturen
,Die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag fordert vor dem Hintergrund der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur Weiterentwicklung der Akutpraxen, diese konsequent zur Umsetzung des Konzepts der „Poliklinik 2.0” zu nutzen.
Dazu erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag, Dr. Stefan Wogawa: „Die hohe Nachfrage zeigt: Wir brauchen neue Versorgungsstrukturen. Die Akutpraxen sind ein wichtiger erster Schritt, jetzt müssen sie konsequent zu Polikliniken 2.0 weiterentwickelt werden, wie es im Koalitionsvertrag der Brombeere vereinbart ist.“
Die Erfahrungen am Pilotstandort Gera zeigen deutlich den Bedarf an neuen Versorgungsstrukturen: Seit 2024 wurden dort über 17.000 Patientenkontakte verzeichnet. Die Akutpraxis trägt somit wesentlich zur Stabilisierung der ambulanten ärztlichen Versorgung bei, insbesondere für Menschen ohne festen Hausarzt.
Die BSW-Fraktion begrüße die geplanten Maßnahmen im Rahmen von „Akutpraxis plus“, so der Abgeordnete. Dies betreffe insbesondere den Ausbau bestehender Standorte, die Einrichtung weiterer Praxen sowie die stärkere Digitalisierung und Ausweitung der Öffnungszeiten. Gleichzeitig sehe er darin die Chance, die nächste Entwicklungsstufe einzuleiten: „Integrierte Gesundheitszentren, in denen hausärztliche, fachärztliche und soziale Angebote enger verzahnt werden, und die wohnortnah erreichbar sind“, erläutert Wogawa.
Die BSW-Fraktion setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass die Weiterentwicklung der Akutpraxen und die Umsetzung von Polikliniken 2.0 Teil einer Gesamtstrategie sein müssen, um die haus- und fachärztliche Versorgung nachhaltig zu stärken, die Gesundheitsangebote besser zu vernetzen, Doppelstrukturen zu vermeiden und eine wohnortnahe medizinische Versorgung sicherzustellen.