349.000 Thüringer Rentner werden mit Armutsrenten abgespeist
,„Es ist vollkommen inakzeptabel, dass immer mehr Menschen trotz langjähriger Erwerbsarbeit im Alter Pfandflaschen sammeln oder als Bittsteller zum Sozialamt müssen“, sagte Anke Wirsing, sozialpolitische Sprecherin der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag.
„Die aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung zeigen, dass die Zahl der Thüringer im Rentenalter, deren Bezüge unterhalb der Armutsgrenze von aktuell 1.446 Euro netto liegen, in den letzten fünf Jahren von 283.000 auf 349.000 rasant gestiegen ist. Besonders betroffen von diesen Armutsrenten sind Frauen.“
Wirsing weiter: „Da helfen auch keine zynischen Forderungen nach mehr privater Altersvorsorge. Gerade in Ostdeutschland verfügt ein großer Teil der Beschäftigten trotz harter Arbeit nicht über die notwendigen Einkommen oder Vermögen, um etwas fürs Alter auf die hohe Kante zu legen.“
Die BSW-Fraktion setzt sich daher für eine stärkere Berücksichtigung ostdeutscher Belange in der Rentenpolitik sowie einen Zuschuss für Niedrigrenten in Thüringen ein. „Wer jahrzehntelang Beiträge gezahlt hat, muss sich im Alter auf eine armutsfeste gesetzliche Rente verlassen können – und zwar automatisch, ohne komplizierte und entwürdigende Anträge auf Grundsicherung“, so Wirsing abschließend.