Woche der pflegenden Angehörigen: Pflege darf Familien nicht an ihre Belastungsgrenzen bringen
,Anlässlich der Thüringer Woche der pflegenden Angehörigen erklärt Dr. Stefan Wogawa, gesundheitspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag:
„Pflege betrifft keine Randgruppe. Sie betrifft irgendwann fast jede und jeden von uns. Pflegende Angehörige leisten Tag für Tag Enormes. Sie versorgen ihre Angehörigen mit großem Engagement und ermöglichen es vielen pflegebedürftigen Menschen in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Ohne diese Leistung würde unser Pflegesystem längst an seine Grenzen stoßen.“
Gleichzeitig erleben viele Betroffene, dass die Belastungen stetig wachsen, betont der Abgeordnete. „Zeitdruck, bürokratische Hürden, finanzielle Sorgen und die schwierige Suche nach Unterstützungsangeboten prägen den Alltag vieler Familien. Wer Angehörige pflegt, braucht deshalb mehr als wohlmeinende Anerkennung – sie oder er braucht konkrete Unterstützung“, so Wogawa.
Die BSW-Fraktion setzt sich für eine Stärkung der häuslichen Pflege ein. Dazu gehören wohnortnahe Beratungsangebote, eine bessere Verfügbarkeit von Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie eine spürbare Entlastung bei bürokratischen Verfahren. „Ebenso wichtig ist es, die finanzielle Situation pflegender Angehöriger stärker in den Blick zu nehmen. Pflege darf nicht dazu führen, dass Menschen ihre eigene wirtschaftliche Existenz gefährden.“
Zugleich müssen die Arbeitsbedingungen in der professionellen Pflege verbessert werden, fordert Wogawa abschließend. „Gute Pflege braucht ausreichend Personal, faire Bezahlung und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Herausforderungen in der Pflege lassen sich nur bewältigen, wenn die häusliche und die professionelle Pflege gemeinsam gestärkt werden. Die Thüringer Woche der pflegenden Angehörigen macht auf Menschen aufmerksam, die oft im Hintergrund Großes leisten. Ihnen gebührt nicht nur unser Dank, sondern auch eine Politik, die ihre Lebensrealität ernst nimmt und sie wirksam unterstützt. Für die BSW-Fraktion ist das nicht nur ein politischer Auftrag, sondern eine Frage des gesellschaftlichen Anstands.“