ifo-Wettbewerbsreport Ostdeutschland: Wirtschaftspolitik konsequent an ostdeutschen Interessen orientieren

Archiv
, 28. Mai 2026

„Wollen wir nicht wegen des vorherrschenden Fachkräfte- und Kapitalmangels noch weiter den Anschluss verlieren, müssen wir unsere Wirtschaftspolitik konsequent an ostdeutschen Interessen orientieren“, kommentierte Matthias Herzog, wirtschaftspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag, den Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026 des ifo-Instituts.

Deshalb fordert Herzog: „Gerade in Thüringen brauchen wir mehr Unterstützung für kleine und mittlere Industrieunternehmen, statt bremsende Bürokratie und ideologiebasierte Transformationsvorgaben.“

Um mehr Kapital und Fachkräfte zu gewinnen, brauche es attraktive Standortbedingungen. Mit der Fortschreibung der Fachkräftestrategie habe die Brombeer-Koalition einen wichtigen Schritt gemacht. Beim Energiegesetz orientiere man sich an den Zielen der Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit. „Zudem wollen wir regional verwurzelte Unternehmen verstärkt ins Zentrum unserer Förderpolitik rücken und uns gleichzeitig um die Ansiedlung großer Unternehmen samt Hauptsitz bemühen.“

Keine Option sei es, westdeutsches Kapital mit billigen Arbeitskräften anzulocken. „Der Osten war viel zu lange die verlängerte Werkbank. In den letzten Jahren haben die Einkommensunterschiede sogar noch deutlich zugenommen. Diesen Trend wollen wir umkehren, etwa durch eine Stärkung der Tarifbindung und eine Privilegierung von Unternehmen, die anständige Löhne zahlen. Zudem müssen wir Technologietransfers erleichtern und unsere technologie- und innovationsintensiven Sparten stärken, unter anderem Optik, Sensorik und Medizintechnik“, so Herzog.

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