zur Forderung des DRK Erste Hilfe in den Schullehrplan aufzunehmen

Archiv
, 15. Oktober 2025

Dr. Stefan Wogawa: “Erste Hilfe gehört in die Schulen – Lebensrettung ist Allgemeinbildung.”

  • BSW unterstützt Initiative des DRK
  • Erste Hilfe ist eine Pflichtaufgabe moderner Bildungspolitik
  • Vermittlung von Erster Hilfe fördert Empathie und Verantwortungsbewusstsein

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat angeregt, Erste Hilfe als eigenständiges Schulfach in den Lehrplan aufzunehmen. Dr. Stefan Wogawa, der gesundheitspolitische Sprecher der BSW-Landtagsfraktion Thüringen, fordert die Landesregierung nun auf, diesen Vorschlag zügig umzusetzen.

„Wer früh lernt, in Notsituationen richtig zu handeln, kann im Ernstfall Leben retten. Erste Hilfe ist keine Kür, sondern eine Pflichtaufgabe moderner Bildungspolitik“, betont Dr. Wogawa.

„Es darf nicht vom Zufall abhängen, ob ein Mensch im Notfall kompetente Hilfe erhält. Diese Kompetenz gehört in die Schule – verbindlich, praktisch und für alle.“

BSW unterstützt Initiative des DRK

Das DRK hatte in einem Bericht der Thüringer Allgemeinen vom 13. Oktober 2025 gefordert, Erste-Hilfe-Unterricht fest in den Schulalltag zu integrieren. In anderen europäischen Ländern wie Dänemark, Norwegen oder Frankreich ist dies längst Realität. Thüringen, so Wogawa, dürfe hier nicht länger hinterherhinken.

„Wenn Schülerinnen und Schüler in jungen Jahren erfahren, dass sie mit einfachen Handgriffen ein Leben retten können, stärkt dies das Selbstvertrauen, soziale Verantwortung und Mitmenschlichkeit. Das ist gelebte Solidarität – und genau dafür steht das BSW“, erklärt Wogawa.

Thüringer Bildungsministerium soll handeln

Während das Thüringer Bildungsministerium laut Medienberichten derzeit zurückhaltend auf die DRK-Forderung reagiert, fordert Wogawa ein Umdenken:

„Skepsis ist hier fehl am Platz. Wir brauchen keine endlosen Pilotprojekte, sondern eine klare Entscheidung: Erste Hilfe muss fester Bestandteil des Unterrichts werden – zunächst integriert in Fächer wie Biologie, Sport oder Sozialkunde, später als eigenständiges Unterrichtsmodul. Das Wissen um Wiederbelebung, stabile Seitenlage und Notfallmaßnahmen rettet Leben – und ist genauso wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen.“

Mehr praktische Bildung – für eine verantwortungsbewusste Generation

Dr. Wogawa verweist darauf, dass viele Jugendliche am Ende ihrer Schulzeit nie praktisch gelernt hätten, wie sie in Notfällen reagieren sollen. Dabei zeigten Untersuchungen, dass regelmäßiges Training in Erster Hilfe die Bereitschaft zu helfen deutlich erhöht.

„Wir bilden unsere Kinder in Mathematik und Grammatik aus – aber kaum darin, einem anderen Menschen im Ernstfall beizustehen. Das ist ein Missverhältnis, das wir als Gesellschaft korrigieren müssen“, so Wogawa weiter.

„Eine Schule, die Erste Hilfe vermittelt, leistet nicht nur Gesundheitsbildung, sondern auch Demokratieerziehung: Sie fördert Empathie, Verantwortungsbewusstsein und den Mut, zu handeln.“

BSW-Fraktion will Initiative im Landtag einbringen

Die BSW-Landtagsfraktion kündigt an, das Thema in die parlamentarische Debatte einzubringen. Geplant ist ein Antrag, der die Landesregierung auffordert, ein Konzept für den verbindlichen Erste-Hilfe-Unterricht an allen Thüringer Schulen zu entwickeln und gemeinsam mit Hilfsorganisationen umzusetzen.

„Das DRK, die Johanniter, der ASB und viele andere Organisationen verfügen über jahrelange Erfahrung in der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. Diese Kompetenz gehört in die Schulen – institutionalisiert und verlässlich“, sagt Wogawa.

„Thüringen sollte hier Vorreiter werden, nicht Nachzügler.“

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