zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober
,Frank Augsten, Fraktionsvorsitzender der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag:
“Die Deutsche Einheit ist eine historische Leistung der DDR-Bürger”
„Für jemanden wie mich, der an der deutsch-deutschen Grenze aufgewachsen ist, der jeden Tag den Stacheldraht gesehen hat und unter erheblichen politischen Repressalien leiden musste, war die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 - wie für die meisten DDR-Bürger - ein Start in ein neues, freieres Leben.
Das ist eine historische Leistung – vor allem der Menschen, die im Herbst 1989 in der DDR zu Hunderttausenden gegen die SED-Diktatur auf die Straße gegangen sind und so erst die deutsche Wiedervereinigung ein Jahr später möglich gemacht haben. Diesen Mut kann man nicht hoch genug wertschätzen – gerade auch mit Blick auf den gewaltigen gesellschaftlichen Umbruch, der für die meisten Menschen daraus folgte.
Mut und Durchsetzungsvermögen braucht es auch heute wieder, 35 Jahre nach der Wiedervereinigung, angesichts der großen aktuellen Herausforderungen im Land: Wirtschaftskrise, marode Infrastruktur, Inflation und hohe Energie- und Lebenshaltungskosten belasten die Menschen - und damit den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft.
Die Auswirkungen sind im Osten des Landes deutlich ausgeprägter - Stichwort Einkommensungleichheit. 2024 lag der durchschnittliche Bruttolohn für Vollzeitbeschäftigte in Ostdeutschland mehr als 13.000 Euro unter dem in den alten Bundesländern. Das entspricht 21 Prozent! Die enormen und wieder steigenden Lohnunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind 35 Jahre nach der Wiedervereinigung inakzeptabel. Diese Ungerechtigkeit zulasten der Ostdeutschen muss reduziert werden, um den gesellschaftlichen Frieden nicht weiter zu gefährden.
Damit der Tag der Deutschen Einheit wieder für alle ein Feiertag ist.”