Keine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre

Archiv
, 1. August 2025

Anke Wirsing, sozialpolitische Sprecherin der Thüringer BSW-Fraktion, warnt: „In der Altersgruppe 50 bis 65 liegt die Arbeitslosigkeit deutlich über dem Durchschnitt. In vielen Berufen – ob Pflege, Bau, Reinigung oder Industrie – ist Arbeiten bis 70 völlig unrealistisch. Besonders betroffen wären Menschen mit körperlich oder psychisch belastenden Tätigkeiten – genau jene, die sich ihren Ruhestand am dringendsten verdient haben. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters wäre nichts anderes als eine versteckte Rentenkürzung und würde die Altersarmut in Deutschland weiter verschärfen.“

In Deutschland erhalten Rentnerinnen und Rentner durchschnittlich nur 55 Prozent ihres früheren Einkommens als gesetzliche Altersvorsorge. In anderen europäischen Ländern wie Dänemark, den Niederlanden, Österreich, Italien oder Spanien liegt dieser Wert bei über 80 Prozent. „Gerade aus der Perspektive Thüringens, wo bereits heute mehr als 40 Prozent der gesetzlichen Renten unterhalb der Armutsgrenze liegen, ist jegliche Forderung nach weiteren Kürzungen entschieden zurückzuweisen“, so Wirsing.

Das BSW fordert: Keine Erhöhung des Renteneintrittsalters. Wer 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, muss abschlagsfrei mit 63 Jahren in Rente gehen können. Wirsing: „Zudem plädieren wir für eine grundlegende Rentenreform nach dem Vorbild Österreichs: Dort zahlen alle in eine Kasse ein, und der Staat verpulvert keine Milliarden für teure Privatvorsorgemodelle. Im Ergebnis haben Rentnerinnen und Rentner dort jeden Monat durchschnittlich 800 Euro mehr in der Tasche. Das wäre auch bei uns möglich – wenn man es wirklich will.“

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