Mittelstandsbericht: KMU sind Rückgrat der Wirtschaft - und müssen weiter entlastet werden
,„Der Bericht bestätigt einmal mehr: Kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat der Thüringer Wirtschaft. Hier gibt es gute Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Innovationen. Wir müssen den Mittelstand aber noch stärker ins Zentrum unserer Wirtschaftspolitik rücken“, kommentierte Matthias Herzog, wirtschaftspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag, den aktuellen Mittelstandsbericht für die Jahre 2020 bis 2025. „Das heißt konkret, wir müssen die KMU viel stärker von der überbordenden Bürokratie entlasten, in der Energiepolitik brauchen wir mehr Unabhängigkeit sowie mehr räumliche Nähe von Erzeugung und Verbrauch. Unsere Förderpolitik und die öffentliche Auftragsvergabe müssen wir konsequent so ausrichten, dass die Gelder hauptsächlich regional verwurzelten Unternehmen zugutekommen. Und nicht Unternehmen, die ausschließlich auf Gewinnmaximierung aus sind und ohne Rücksicht auf soziale Belange der Thüringer handeln – wie zuletzt Zalando.“
„Mit dem geplanten Transformationsfonds der Landesregierung gehen wir einen wichtigen Schritt“, so Herzog. Wichtig sei es, die Mittel insbesondere KMU zugänglich zu machen, da diese bei Transformationsprozessen mehr Unterstützung brauchen. Wichtig sei auch eine Ausweitung der Qualifizierungsangebote, um Beschäftigte in den Veränderungsprozessen mitzunehmen.“
Der Bericht zeige zudem auch auf, wo es über die Fördermittelvergabe hinaus politische Unterstützung brauche. Herzog: „Unsere exportorientierten KMU brauchen gerade angesichts der starken Betroffenheit von internationalen Handelskonflikten mehr Unterstützung bei der Erschließung neuer Märkte. Wir brauchen mehr geeignete Formate, die insbesondere auch kleineren Unternehmen helfen, dort Fuß zu fassen.“
Ein weiteres wichtiges Thema sei man mit der Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie bereits angegangen. Herzog stellte allerdings klar: „Wir können nicht alles wirtschaftlichen Interessen unterordnen. Wenn jetzt wieder gefordert wird, das Renteneintrittsalter oder den Druck auf Beschäftigte in Teilzeit zu erhöhen, sage ich: Das ist nicht der richtige Weg.“