Internationale Anwerbung von Pflegeauszubildenden

Pressemitteilungen
, 12. März 2026

Der Fall vietnamesischer Pflegeauszubildender in Altenburg wirft weiterhin ernsthafte Fragen auf. In einer Dringlichkeitsanfrage im Thüringer Landtag haben die Abgeordneten der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag, Stefan Wogawa und Sven Küntzel, die Landesregierung zu Hintergründen und möglichen Konsequenzen befragt.

Medienberichten zufolge sollen mehrere vietnamesische Pflegeauszubildende über Monate hinweg ohne Vergütung gearbeitet haben. Nachdem einem Ausbildungsträger die Genehmigung zur Durchführung der Ausbildung entzogen wurde, verloren die Betroffenen ihre Ausbildungsplätze und gerieten teilweise aufenthaltsrechtlich in eine schwierige Lage.

Aus der Antwort der Landesregierung geht hervor, dass bereits im Jahr 2024 Fördermittel zur Gewinnung und sprachlichen Vorbereitung von 33 vietnamesischen Nachwuchskräften bewilligt wurden. Eine Auszahlung der Mittel sei jedoch bislang nicht erfolgt, da ein vollständiger Verwendungsnachweis nicht eingereicht worden sei. Gleichzeitig wurde später die Ausbildungsermächtigung der betroffenen Unternehmen entzogen.

Für die Abgeordneten wirft dieser Ablauf zentrale Fragen auf. „Wenn internationale Auszubildende angeworben werden, muss von Anfang an sichergestellt sein, dass Ausbildung, Bezahlung und Betreuung verlässlich funktionieren“, erklären Wogawa und Küntzel. „Der vorliegende Fall zeigt, dass bestehende Kontrollmechanismen offensichtlich nicht ausgereicht haben.“

Zwar weist die Landesregierung darauf hin, dass die betroffenen Auszubildenden nun innerhalb eines bestimmten Zeitraums einen neuen Ausbildungsbetrieb finden können und entsprechende Vermittlungsbemühungen laufen. Aus Sicht der Abgeordneten ist jedoch entscheidend, dass diese Unterstützung schnell und konkret bei den Betroffenen ankommt.

„Wir brauchen klare und transparente Strukturen bei der internationalen Anwerbung von Pflegeauszubildenden“, so die Abgeordneten. „Wer junge Menschen aus dem Ausland für eine Ausbildung gewinnt, trägt auch die Verantwortung dafür, dass sie nicht in eine unsichere Situation geraten.“

Die Abgeordneten erwarten daher eine vollständige Aufarbeitung des Vorgangs sowie konkrete Maßnahmen, um künftig eine engere Kontrolle der Anwerbe- und Ausbildungsstrukturen sicherzustellen. Ziel müsse sein, vergleichbare Fälle in Zukunft konsequent zu verhindern und internationale Auszubildende besser zu schützen.

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