Studienplatzvergabe für angehende Ärzte an Bedarf im ländlichen Raum ausrichten
,Der Mangel an Hausärzten ist in Thüringen längst Realität: Immer mehr Praxen schließen, während sich vielerorts kein Nachwuchs für eine Praxisübernahme findet. Besonders im ländlichen Raum entstehen zunehmend Versorgungslücken.
Ein zentraler Ansatz ist aus Sicht des BSW die gezielte Ausweitung von Medizinstudienplätzen für Bewerber, die sich verpflichten, nach ihrem Abschluss als Hausarzt in Thüringen tätig zu werden.
Dr. Stefan Wogawa, gesundheitspolitischer Sprecher des BSW, erklärt:
„Der Steuerzahler investiert über 200.000 Euro in jeden Medizinstudienplatz. Während in größeren Städten teils eine hohe Arztdichte und sogar Überversorgung besteht, schließen auf dem Land immer mehr Hausarztpraxen, weil sich kein Nachfolger findet. Das zeigt: Bei der Vergabe von Studienplätzen muss stärker berücksichtigt werden, wo Ärztinnen und Ärzte tatsächlich gebraucht werden – im ländlichen Raum.“
Gleichzeitig fordert die Fraktion, den Numerus Clausus für angehende Landärzte konsequent auszusetzen.
„Uns fehlen Ärzte auf dem Land – und gleichzeitig lassen wir junge, motivierte Menschen am NC scheitern, obwohl sie genau dort gebraucht werden. Das passt nicht zusammen.“
Mehr Medizinstudienplätze allein werden den Hausärztemangel jedoch nicht lösen. Deshalb setzt das BSW ergänzend auf den Aufbau sogenannter ‚Polikliniken 2.0‘, die auf Initiative des BSW bereits im Thüringer Regierungsvertrag verankert wurden. Diese modernen Versorgungszentren sollen Haus- und Fachärzte unter einem Dach bündeln, stationäre Angebote einbinden und eng mit dem Rettungsdienst zusammenarbeiten. Jetzt kommt es darauf an, die Umsetzung konsequent voranzubringen.