Biogasanlagen in Thüringen sichern: BSW-Fraktion fordert verlässliche Energiepolitik
,Viele Thüringer Biogasanlagen stehen vor wichtigen Investitionsentscheidungen und der Frage, unter welchen Bedingungen ihr langfristiger wirtschaftlicher Betrieb gesichert werden kann. Um praktische Erfahrungen vor Ort und die Perspektiven der Anlagenbetreiber stärker in politische Entscheidungen einfließen zu lassen, besuchte heute der BSW-Landtagsabgeordnete Dr. Frank Augsten gemeinsam mit Energieminister Tilo Kummer sowie Vertretern des Fachverbands Biogas und des Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerks (ThEEN) die Biogasanlage Grabsleben. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Herausforderungen der Biogasbranche und konkrete Lösungsansätze für Investitionen und den langfristigen Betrieb der Anlagen.
„Als BSW-Fraktion stehen wir für eine technologieoffene Energiepolitik. Gerade Thüringen mit seinen landwirtschaftlichen Flächen könnte durch den Anbau von Energiepflanzen maßgeblich zur Energiewende beitragen. Dafür braucht es Investitionen in die Modernisierung bzw. Flexibilisierung der Biogasanlagen. Mit großer Sorge sehen wir die Blockadehaltung der Bundesregierung, wenn es um den Erhalt des funktionierenden Biogasanlagenbestandes in Deutschland geht – vom weiteren Ausbau ganz zu schweigen“, erklärt Dr. Frank Augsten, energie- und umweltpolitischer Sprecher der BSW-Fraktion.
„In Grabsleben konnten wir uns erneut davon überzeugen, dass Biogas genau dann Strom liefern kann, wenn Sonne und Wind nicht ausreichend Energie erzeugen. Umgekehrt können die Anlagen ihre Stromproduktion reduzieren, wenn bereits viel Strom ins Netz eingespeist wird. Biogasanlagen können damit Energie genau dann bereitstellen, wenn sie gebraucht wird“, so Augsten weiter.
Die Forderungen des Fachverbands Biogas und des Thüringer Bauernverbandes zeigen aus Sicht der BSW-Fraktion wichtigen Handlungsbedarf bei der anstehenden EEG-Novelle auf Bundesebene. Im Mittelpunkt stehen bessere Investitionsbedingungen, ausreichende Ausschreibungsmengen, eine stärkere Förderung der Flexibilisierung sowie praxistaugliche Regelungen für den Netzanschluss.
Mit Blick auf Geopolitik und Klimapolitik betont Augsten: „Aus meiner Sicht handelt es sich angesichts der geo- und klimapolitischen Herausforderungen um politisches Komplettversagen, wenn Deutschland beim Gas auf fragwürdige Quellen aus dem Ausland setzt, anstatt die heimischen Potentiale zu nutzen,“ so Augsten abschließend.