Schulen dürfen nicht als Rekrutierungsbüros missbraucht werden
,Der Beruf des Soldaten unterscheidet sich fundamental von jedem anderen Arbeitsplatz. Soldat zu sein bedeutet im Ernstfall, das Land mit der Waffe verteidigen zu müssen. Dies ist eine Entscheidung von existenzieller Tragweite, die mit extremen physischen und psychischen Belastungen, Verletzungen oder dem Verlust des eigenen Lebens verbunden sein kann. Wenn Werbeplakate mit lachenden Gesichtern suggerieren, es handele sich hierbei um eine lockere Freizeitbeschäftigung oder einen Abenteuerurlaub, ist das eine bewusste Täuschung junger Menschen.
Angesichts dieser Verharmlosung ist für die BSW-Fraktion eine klare gesetzliche Reglementierung der Bundeswehrwerbung überfällig. Das Budget der Bundeswehr für Nachwuchswerbung stieg laut Wehretat von 35,2 Mio. Euro 2022 auf 70,5 Mio. Euro 2026 - während an Bildung, Sozialem und Jugend gekürzt wird!
Anke Wirsing, friedenspolitische Sprecherin der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag: “Besonders vehement muss der fortschreitenden Präsenz der Truppe im Bildungsbereich widersprochen werden: Die Bundeswehr hat an Schulen schlichtweg nichts zu suchen. Schulen sind Orte der Friedensbildung, des kritischen Denkens und des geschützten Lernens – sie dürfen nicht als Rekrutierungsbüros missbraucht werden. Minderjährige und junge Erwachsene auf dem Schulhof mit geschönten Kampagnen für den Dienst an der Waffe zu begeistern, widerspricht jeglicher pädagogischen Verantwortung. Daher fordern wir ein konsequentes Verbot von Bundeswehr-Werbeauftritten und Jugendoffizieren an Schulen sowie die Einstellung verharmlosender Werbekampagnen im öffentlichen Raum.”