
Häufung von Bombendrohungen an Thüringer Schulen
,Die Antwort auf eine Kleine Anfrage der BSW-Fraktion zeigt: Die Zahl der Bombendrohungen an Thüringer Schulen nimmt deutlich zu. Im Jahr 2024 waren über 40 Schulstandorte betroffen – besonders häufig in Erfurt, Jena, Gera, Gotha und Nordhausen. Zuletzt wurden am 26. Mai 2025 sogar 36 Schulen an einem einzigen Tag bedroht.
„Wenn Grundschulen, Gymnasien und Berufsschulen wiederholt mit Drohungen konfrontiert werden, dann ist das längst kein Ausnahmefall mehr“, sagt Dirk Hoffmeister, bildungspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag. „Für die betroffenen Schulgemeinschaften bedeutet das Angst, Unsicherheit – und oft auch Unterrichtsausfall oder Prüfungsverschiebungen.“
Zwischen 2022 und 2024 wurden 29 Ermittlungsverfahren wegen Bombendrohungen an Schulen geführt. Die große Mehrheit dieser Fälle bleibt bis heute ungeklärt. Nur in sieben Verfahren konnten Tatverdächtige ermittelt werden – meist Jugendliche, bei denen das Verfahren eingestellt wurde oder die noch nicht strafmündig waren.
„Die Zahlen zeigen: Aufklärung gelingt nur selten – umso wichtiger ist, dass die Schulen im Ernstfall nicht allein dastehen“, so Hoffmeister. „Bombendrohungen an Thüringer Schulen, die seit dem Jahr 2022 stetig zunehmen, sind ein sehr ernstzunehmender Tatbestand. Zwar liegen den Schulen Notfallunterlagen und Handlungsempfehlungen vor, aber das reicht nicht aus. Es braucht verbindliche Regelungen, die eine mehrfache Durchführung von Krisen- und Räumungsübungen pro Schuljahr vorschreiben – damit alle Beteiligten im Ernstfall gut vorbereitet sind.“
Die BSW-Fraktion will im Rahmen der Regierungskoalition konkrete Verbesserungen auf den Weg bringen. Dazu gehören:
- Verbindliche Notfallübungen an allen Schulen, mindestens zweimal jährlich,
- Stärkere schulpsychologische Unterstützung, auch durch mobile Teams, die schnell vor Ort helfen können, auch im Rahmen der Prävention
- Zentrale Erfassung aller Bedrohungslagen, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen
- Aufklärungsarbeit an Schulen, insbesondere zu den rechtlichen Folgen solcher Drohungen
„Unser Ziel ist kein Klima der Angst, sondern eines der Sicherheit und Handlungsfähigkeit“, betont Hoffmeister. „Wir wollen, dass Schulen vorbereitet sind – und dass niemand in so einer Situation allein bleibt.“