Hohe Ablehnungsquoten des Härtefallfonds bei DDR-Geschiedenen

Pressemitteilungen
, 2. August 2025

Der von der letzten Bundesregierung aufgelegte Härtefallfonds zur Rentenkompensation bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Nach einer Kleinen Anfrage der BSW-Abgeordneten Sigrid Hupach wurden allein aus der Gruppe der nach DDR-Recht geschiedenen Frauen 1.005 von 1.351 Anträgen abgelehnt – das entspricht einer Ablehnungsquote von 74 Prozent.

„Der Fonds sollte Betroffenen mit der einmaligen Zahlung von 5.000 Euro helfen und erlebtes Renten-Unrecht ausgleichen – in den allermeisten Fällen hat er jedoch nur Frust bewirkt“, erklärt Hupach. Die Einkommensgrenze wurde mit 830 Euro netto viel zu niedrig angesetzt. Die Folge: Fast drei Viertel der Ablehnungen erfolgten allein deshalb, weil die Rente angeblich zu hoch sei.

Dem Ablehnungsbescheid vorausgegangen ist den allesamt über 70-jährigen Antragstellerinnen ein aufwendiges Verfahren: Anträge ausfüllen, Nachweise einreichen, Rückfragen beantworten.

Angesichts der verfehlten Wirkung fordert die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag eine Wiederauflage und grundlegende Neuausrichtung des Fonds:

  • Anhebung der Einkommensgrenze auf mindestens 1.100 Euro netto, orientiert an der durchschnittlichen Altersrente in Thüringen.
    „Die Grenze von 830 Euro liegt teils sogar unterhalb des realen Existenzminimums. Wer 1.000 oder 1.100 Euro Rente bezieht, ist noch lange kein privilegierter Mensch.“
  • Abschaffung des starren Geburtsstichtags (1. Januar 1952) zugunsten eines sachgerechten Kriteriums:
    „Künftig soll entscheidend sein, ob die Frau vor dem 1. Juli 1990 in der DDR geschieden wurde – unabhängig vom Geburtsdatum. Nicht das Alter zählt, sondern die strukturelle Benachteiligung.“
  • Einführung einer Härtefallklausel, die individuelle Lebenslagen wie Erziehungszeiten, Pflegearbeit oder fehlende Unterlagen durch DDR-Archivlücken berücksichtigt.

„Die Bundesregierung wollte alte Härtefälle ausgleichen – und hat stattdessen neue Härtefälle geschaffen. Es braucht schnell eine gerechte Lösung mit vernünftigen Kriterien für Anspruchsberechtigte. Jedes weitere Jahr ohne Nachbesserung bedeutet, dass weniger berechtigte Frauen unter uns sind.“

Auch interessant

27 Aug.

Militärische Aufrüstung und Wehrpflicht lösen keine Konflikte

Pressemitteilungen – Zur Entscheidung der Bundesregierung, den Wehrdienst auszuweiten bzw. neu zu strukturieren, erklärt die friedenspolitische Sprecherin der BSW-Fraktion, Anke Wirsing: „Die Rückkehr zu einem verpflichtenden Wehrdienst – ob direkt oder über unklar formulierte Zwischenschritte – ist ein sicherheitspolitischer Irrweg. Die jetzt beschlossenen Maßnahmen wirken wie ein Türöffner für die schrittweise Wiedereinführung der Wehrpflicht. Wer ernsthaft die…

19 Aug.

Ergebnisse Haushaltsklausur: „In zehn Jahren keine maroden Schulen mehr“

Pressemitteilungen – Auf der gestrigen Fraktions-Klausur im Erfurter Augustinerkloster haben sich die Abgeordneten zu politischen Schwerpunkten und dem Doppelhaushalt 26/27 beraten. Für die Fraktion ist klar: Der Doppelhaushalt wird erstmals seit vielen Jahren wieder ein echter Investitions-Haushalt sein. Kaputte Straßen und Brücken, sanierungsbedürftige Schulen, Turnhallen und Schwimmbäder werden ohne Investitionen die Schulden von morgen sein. Deshalb drückt…

12 Aug.

Zentrale App, die alle Verwaltungsleistungen bündelt

Pressemitteilungen – „Mit dem heutigen Start des neuen Digitalkabinetts unter der Leitung des Digitalministers Steffen Schütz (BSW) und der Digitalstaatssekretärin Milen Starke setzen wir ein starkes Signal für die digitale Zukunft Thüringens“, erklärt Nina Behrendt, digitalpolitische Sprecherin der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag. „Thüringen will die Digitalisierung beschleunigen und bürgernah gestalten. Dafür ist die geplante Thüringen-App ein besonders…

11 Aug.

Kommunales Investitionsprogramm: Eine Milliarde für Schulen und Straßen

Pressemitteilungen – Das heute vorgestellte Kommunale Investitionsprogramm 2026–2029 mit einem Volumen von einer Milliarde Euro ist ein zentrales BSW-Vorhaben, das bereits in den Koalitionsverhandlungen eingebracht und nun von der Landesregierung übernommen wurde. Möglich wird es durch neue Finanzierungsmodelle, die keine Löcher in den Kernhaushalt reißen, sondern Löcher in Straßen und Schulen schließen sollen. Bei diesem Modell können die…

  • 27 Aug. Militärische Aufrüstung und Wehrpflicht lösen keine Konflikte

    Pressemitteilungen Zur Entscheidung der Bundesregierung, den Wehrdienst auszuweiten bzw. neu zu strukturieren, erklärt die friedenspolitische Sprecherin der BSW-Fraktion, Anke Wirsing: „Die Rückkehr zu einem verpflichtenden Wehrdienst – ob direkt oder über unklar formulierte Zwischenschritte – ist ein sicherheitspolitischer Irrweg. Die jetzt beschlossenen Maßnahmen wirken wie ein Türöffner für die schrittweise Wiedereinführung der Wehrpflicht. Wer ernsthaft die…

  • 19 Aug. Ergebnisse Haushaltsklausur: „In zehn Jahren keine maroden Schulen mehr“

    Pressemitteilungen Auf der gestrigen Fraktions-Klausur im Erfurter Augustinerkloster haben sich die Abgeordneten zu politischen Schwerpunkten und dem Doppelhaushalt 26/27 beraten. Für die Fraktion ist klar: Der Doppelhaushalt wird erstmals seit vielen Jahren wieder ein echter Investitions-Haushalt sein. Kaputte Straßen und Brücken, sanierungsbedürftige Schulen, Turnhallen und Schwimmbäder werden ohne Investitionen die Schulden von morgen sein. Deshalb drückt…

  • 12 Aug. Zentrale App, die alle Verwaltungsleistungen bündelt

    Pressemitteilungen „Mit dem heutigen Start des neuen Digitalkabinetts unter der Leitung des Digitalministers Steffen Schütz (BSW) und der Digitalstaatssekretärin Milen Starke setzen wir ein starkes Signal für die digitale Zukunft Thüringens“, erklärt Nina Behrendt, digitalpolitische Sprecherin der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag. „Thüringen will die Digitalisierung beschleunigen und bürgernah gestalten. Dafür ist die geplante Thüringen-App ein besonders…

  • 11 Aug. Kommunales Investitionsprogramm: Eine Milliarde für Schulen und Straßen

    Pressemitteilungen Das heute vorgestellte Kommunale Investitionsprogramm 2026–2029 mit einem Volumen von einer Milliarde Euro ist ein zentrales BSW-Vorhaben, das bereits in den Koalitionsverhandlungen eingebracht und nun von der Landesregierung übernommen wurde. Möglich wird es durch neue Finanzierungsmodelle, die keine Löcher in den Kernhaushalt reißen, sondern Löcher in Straßen und Schulen schließen sollen. Bei diesem Modell können die…