Bildung, Wissenschaft & Kultur

Bildung und Wissenschaft stärken – Thüringen zukunftsfest machen

Schule muss funktionieren. Klingt selbstverständlich – ist es aber längst nicht mehr. Lehrkräftemangel, Unterrichtsausfall und Bürokratie, die den Schulalltag auffrisst. Kinder, die die Schule verlassen, ohne sicher lesen, schreiben und rechnen zu können: Das sind keine Randprobleme, sondern Kern der Bildungskrise. Der Arbeitskreis Bildung und Wissenschaft der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag daran, hier konkret und wirksam gegenzusteuern.

Aktuell setzen wir uns für eine digitale Schulverwaltung ein. Ein landesweites Schulportal – von der Klassenbuchführung über die Schülerverwaltung bis zur Personalplanung – soll Lehrkräfte von Verwaltungsaufgaben entlasten und ihnen mehr Zeit für das geben, was zählt: guter Unterricht. Weniger Bürokratie, mehr Bildung. Gleichzeitig stellen wir uns der Frage, wie Schule mit Künstlicher Intelligenz umgehen soll Unser Ansatz: KI-Grundbildung fest im Lehrplan und der Lehrausbildung verankern. Zudem setzen wir uns für ein verbindliches Curriculum in der Lehrerausbildung ein, damit der Umgang mit digitalen Medien und Künstlicher Intelligenz künftig selbstverständlich zur pädagogischen Ausbildung gehört. Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden KI kompetent nutzen. Des Weiteren müssen Prüfungen so weiterentwickelt werden, dass Leistungen auch im KI-Zeitalter fair, vergleichbar und aussagekräftig bewertet werden können. Moderne Technologien dürfen nicht dazu führen, dass eigenständiges Denken, Kreativität und persönliche Leistung an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig gilt: Digitale Kompetenzen ersetzen keine analogen Kernkompetenzen. Lesen, Schreiben, Rechnen und sprachliches Ausdrucksvermögen bleiben das unverzichtbare Fundament jedes Bildungserfolgs. Ebenso wichtig sind Konzentrationsfähigkeit, kritisches Denken, und soziale Kompetenzen. Schule muss junge Menschen nicht nur digital fit machen, sondern ihnen auch die Fähigkeiten vermitteln, Wissen einzuordnen, Verantwortung zu übernehmen und selbstständig zu denken.

Im Bereich Wissenschaft wappnen wir Thüringen für die Zukunft. Wir setzen uns für eine klare finanzielle Zusage zur Exzellenzförderung ein, um weitere Forschungscluster einzuwerben. Ein besonderes Augenmerk gilt zudem der Stärkung des Mittelbaus: Daueraufgaben müssen von Dauerbeschäftigten wahrgenommen werden, verbunden mit einem höheren Anteil an Vollzeitstellen und transparenten Karriereoptionen. Mit einer geschärften Profilbildung, einer starken Repräsentation ostdeutscher Interessen und der Gewinnung internationaler Talente in der Wissenschaftslandschaft sichern wir Thüringens Position als attraktiven Forschungsstandort.

Unser Anspruch ist klar: Wir möchten ein Bildungs- und Wissenschaftssystem, das Leistung ermöglicht, Lehrkräfte entlastet und Thüringen zukunftsfest aufstellt – für faire Chancen und eine starke akademische Landschaft, von der alle profitieren  – heute und in Zukunft.

 

Kultur in Thüringen – für alle, nicht nur für wenige / Kulturförderung ist Demokratieförderung

Thüringen ist ein Kulturland – das ist keine Floskel, sondern gelebte Realität. Von Eisenach über Erfurt und Weimar bis Altenburg, von Nordhausen bis Sonneberg, von großen Bühnen über die freie Theaterszene bis hin zum ländlichen Dorfverein: Kultur hält Gemeinschaft zusammen, stärkt Demokratie und macht Orte zu einem Zuhause. Für den Arbeitskreis Kultur der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag ist Kulturförderung deshalb keine Kür – sie ist politische Grundaufgabe.

Gleichzeitig sind wir ehrlich: Nicht jeder Fördereuro wirkt gleich gut. Bürokratische Hürden schrecken gerade kleine und freie Kulturträger ab. Kulturangebote im ländlichen Raum kämpfen ums Überleben. Und wer wirklich wissen will, ob die eingesetzten Mittel ankommen, braucht belastbare Daten. Deshalb nutzen wir 2026 gezielt für eine umfassende Evaluation der bestehenden Förderstrukturen – nicht um zu kürzen, sondern um besser zu steuern. Wirkung statt Mittelbindung ist unser Maßstab.

Ein besonderes Augenmerk gilt der freien Szene und der Soziokultur. Hier wollen wir Antragsverfahren vereinfachen und bürokratische Lasten abbauen – damit Energie in Kunst fließt, nicht in Formulare. Innovation braucht Freiraum, und den wollen wir schaffen.

Kultur darf keine Frage des Wohnorts sein. Deshalb setzen wir uns für die Stärkung kommunaler Kulturorte im ländlichen Raum ein und wollen kulturelle Bildung konsequent mit Schulen und Kitas verknüpfen. Kinder und Jugendliche sollen früh erleben, dass Kultur sie etwas angeht – als Publikum, aber auch als Gestalterinnen und Gestalter. Kulturelle Teilhabe ist Demokratiebildung. Wer lernt, eigene Gedanken kreativ auszudrücken und die Perspektiven anderer zu verstehen, wird zum mündigen Bürger.

Schließlich denken wir Kultur als Standortfaktor – nicht als Gegensatz zu Wirtschaft, sondern als Teil davon. Kulturpolitik, Regionalentwicklung und Tourismus gehören stärker zusammen gedacht. Ein lebendiges Kulturleben macht Thüringen attraktiv: für Menschen, die bleiben wollen, und für solche, die neu herkommen.

Unser Anspruch: eine Kulturpolitik, die transparent fördert, Zugänge öffnet und Stadt und Land gleichermaßen im Blick hat.

Mitglieder des Ausschusses


Dirk Hoffmeister

Mitglied im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft & Kultur

Steffen Quasebarth

Mitglied im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft & Kultur, Ausschuss für Gleichstellung, Ausschuss für Europa, Medien, Ehrenamt und Sport; Ältestenrat

Zuständiger Referent des Ausschusses


Konrad Köhler

Referent für Bildung, Wissenschaft und Kultur


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